Tiga Bami Goreng Ayam

Bali

Am Heiligen Morgen sollten wir also in Kuta, dem Bali-Touristenort Nummer Eins, ankommen und aufgrund der eher schlaflosen Nacht, legten wir uns zunächst noch mal eine Weile aufs Ohr. Andi hatte es zudem erkältungs- und fiebertechnisch leicht erwischt, so dass er sicherheitshalber den kompletten Tag im Bett verbrachte, während Alex und Christoph entspannt den Pool und die dazu gehörige Bar unsicher machten.
Am Abend gingen wir dann lecker Essen, telefonierten mit den Familien und tranken wieder im Hotel angekommen noch eins zwei Weihnachtsbier auf dem Balkon.
Den ersten Weihnachtsfeiertag, international betrachtet das eigentliche Weihnachten, verbrachten wir zunächst recht lange mit Schlafen, ehe wir uns in Richtung Strand aufmachten. Auf dem Weg dorthin und auch am Strand selbst, wünschte sich dann alle Welt Merry Christmas und wir schlossen uns dem natürlich an - wohl wissend das es dieses Mal einfach nicht das Selbe war...
Das Wasser war wieder ansprechend warm. Dennoch muss man ganz klar sagen, dass auf unserem Weg bis dato bessere Strände lagen und der Strandbereich ein wenig ungepflegt daherkam. Zudem mussten wir uns auch daran gewöhnen Strände nicht mehr für uns alleine zu haben. Herausgerissen hat das Ganze jedoch ein sehr schöner Sonnenuntergang, den wir uns vom Wasser aus anschauten.
Am nächsten Morgen hieß es dann wieder Abenteuer! Wir mieteten uns Roller und machten uns auf einen Zweitagestrip. Schließlich hat Balis Hinterland auch eine Menge zu bieten. Zunächst ging es jedoch zur Tempelanlage "Punah Tana Lot". Diese steht mehr oder weniger auf einem Felsen im Meer, weswegen sie auch von einigen Touristen angezogen wird. Unser nächstes Ziel hieß Ubud, eine Stadt, die etwa eine Stunde nördlich von Kuta liegt und in Reiseführern als eine Art kulturell anspruchsvoller Gegenpol zu Kuta beschrieben wird. Die Fahrt nach Ubud war recht angenehm, da sich das Wetter von seiner positivsten Seite zeigte und unsere drei Helden, insbesondere der Rookie auf dem Roller Christoph, das Umhercruisen mehr und mehr genießen konnten. In Ubud angekommen suchten wir uns zunächst eine nette Unterkunft, brachten den wieder angeschlagenen Andi ins Bett und verbrachten (zumindest Alex und Christoph) den Nachmittag im Monkey Forest. Dort trafen wir den ein oder anderen Affen, auch Babyäfflein, und fanden uns schließlich in einem aus Bambus und mit Blick über die Reisfelder errichteten Lokal ein und tranken ein kleines Bier. Anschließend verschlug es uns in die Dörfer im Umland. Wir entdeckten einige genial aussehende Reisterrassen, schauten Einheimischen beim Kicken zu und warteten auf eine Horde weißer Wasservögel die sich bei Dämmerung dort einfinden. Anschließend flitzten wir wieder ins Hotel, ehe wir uns am Abend eine Aufführung traditionell balinesisch-hinduistischer Tänze (Wir haben ja Kultur!) anzuschauen. Irgendwann hatten wir dann aber auch genug gesehen und es verschlug uns in die von Deutschen geführte "Wunderbar" in der wir uns Kartoffelpuffer und ein Schnitzel gönnten.
Am nächsten Morgen machten wir uns weiter gen Norden. Der Mount Batur, nebst dem Lake Batur standen auf der Agenda und es galt einige Höhenmeter zu überwinden. Der Blick auf den Berg, der zudem noch vulkanisch aktiv ist, den See und das Tal war von einer Anhöhe aus dann auch sehr beeindruckend. Durch die vulkanische Aktivität gibt es dort auch heiße Quellen und so ließen wir es uns natürlich nicht nehmen ein Bad zu nehmen! Die anschließende "Abkürzung" führte uns an Vulkangestein vorbei mehr oder weniger über eine mit Schlaglöchern versehene Schotterpiste, so dass wir kurzzeitig einen Ausflug ins Motorcross machten... Wieder an einer regulären Straße angekommen und zwischenzeitlich allen Kinder Balis zuwinkend, hatten wir richtig Freude die Serpentinen mit Blick aufs Tal hochzucruisen. Leider schritt die Zeit mehr und mehr voran, so dass wir unsere nächste Station, den Besuch eines Wasserfalls, verschieben mussten. Nun hieß es schnellstmöglich und vor Beginn der Dunkelheit nach Kuta zurück zu gelangen. Dieses Unterfangen erwies sich dann als etwas schwieriger...
Zunächst wurden wir von zwei Männern gestoppt, welche sich einen Motorroller teilten und sich als Polizisten ausgaben. Grund dafür uns anzuhalten gab es eigentlich keinen. So etwas wird dann nachträglich erörtert. Zunächst erklärten die Beiden, dass man auf Bali ohne Licht zu fahren habe und ermahnten Christoph seines auszumachen. Des Weiteren vergaß Andi seinen internationalen Führerschein und um einer Festnahme zu entgehen, sollten wir 200.000 Rupiah, etwa neunzehn Euro, berappen. Wir hatten für die beiden Männer (wir wissen nicht ob es wirklich Bullen waren...) jedoch offenkundig, seine Geldverstecke zeigt man natürlich nicht) nur noch 80.000 dabei und man ließ uns nach kurzem Überlegen schließlich weiterreisen. Die Heimreise wurde dann einige Male gestoppt, da heftige Regenfälle und Gewitter uns dazu zwangen. So tranken wir in irgendwelchen Käffern Tee und aßen Bami Goreng, also frittierte Nudeln wahlweise mit Huhn oder Gemüse - unsere Hauptnahrungsquelle in Südostasien. Es wurde immer dunkler und der Weg nach Kuta war noch weit. Zudem hatten Andi und Christoph kein Visier und wir alle kein Regencape - im Gegensatz zu den Balinesen. Insbesondere Alex gab in Flip-Flops, T-Shirt und Handtuch auf der Schulter ein Eins A- Bild ab. Neben den Straßen bildeten sich Sturzbäche und auch der Verkehr wurde nach Süden hin immer dichter. Tapfer fanden wir jedoch unseren Weg, notfalls auch durch Einbahnstraßen, und kamen irgendwann völlig nass, entnervt, aber dennoch glücklich Regen und Höllenverkehr heil überstanden zu haben, im Hotel an. Dort nahmen wir erstmal ein heißes Bad, selbstverständlich nebeneinander sitzend und mit Bier!
Die nächsten beiden Tage passierte nicht allzu viel. Das Jahr neigte sich recht entspannt dem Ende zu und wir verbrachten unsere Zeit am Pool, im Bett (Andi) oder in Denpasar (die anderen zwei Beiden).
Unsere Reiselust an sich war jedoch noch nicht gestillt. So mieteten wir am Morgen des 30. Dezember abermals drei Bikes und machten uns Richtung Tulamben, einem berühmten Tauchort an der Ostküste, auf. Schon bei der Abfahrt gelang es uns, dank mangelnder Kommunikation, aus den Augen zu verlieren und so fuhren Andi und Christoph zunächst alleine in Richtung Tulamben. Irgendwann meldete sich dann auch Alex bei uns und am späten Nachmittag waren wir wieder vereint. In Tulamben geht bis auf Tauchen nicht viel. Der Ort lebt von einem gesunkenen Frachter, der 50 Meter vor der Küste liegt, viele Arten Fische beherbergt und daher auch jede Menge Taucher anzieht. Nachdem wir kostengünstig Tauchgang (Alex) und Unterkunft (alle) klar gemacht hatten, zogen wir noch ein wenig im Ort umher. Dem Meister- Stuntman Christoph gelang es schließlich noch sich die linke Hand zu verstauchen, indem er beim Anfahren mit dem Roller vergaß nach links zu lenken und in einem abgelegenen Gässchen gegen die Wand fuhr... Die Hand wurde anschließend in einer Poolbar, in der wir uns noch ein Absacker- Bier gönnten gekühlt.
Am nächsten Morgen ging Alex tauchen, Andi schnorcheln und Christoph blieb schmerzbedingt liegen. Gegen zehn Uhr machten wir uns dann die Ostküste weiter gen Norden auf um nach Les zu fahren. Dort befindet sich ein nett anzusehender Wasserfall, der auf unserer To-Do Liste noch abzuarbeiten war. Der kurze Abstecher lohnte sich dann auch wirklich und es gelang uns einige nette Fotos zu schießen. Anschließend traten wir wieder die Reise gen Kuta an. Auf dem dorthin mussten wir aufgrund heftigster Regenfälle für eineinhalb Stunden in einem kleinen Gasthaus einkehren. Die verlorene Zeit versuchten wir auf der Hauptverkehrsstraße in Richtung Denpasar mit Brachialgewalt wieder reinzuholen. Alex gelang es als einzigem die Lücke zwischen zwei Lastern noch zu erwischen und entwischte dadurch den anderen beiden kurzerhand etwas. Christoph nahm dies zum Anlass das Durchschnittstempo von 60 auf Minimum 80 km/h zu erhöhen und Andreas nahm sich dieser Initiative ebenfalls an. In der folgenden halben Stunde heizten wir wie die Bekloppten an Rollern vorbei, zwischen Autos und Lastwagen hindurch, überholten parallel links und rechts und zeigten den Balinesen aus welchem Land die besten Rennfahrer der Welt kommen. Soviel Spaß das auch alles machte, hielten wir uns dabei trotz allem für grob wahnsinnig. Die Quittung bekam Christoph dann auch prompt an der nächsten Ampel. Eine Meinungsverschiedenheit über die einzuschlagende Richtung mit Andreas nutzte die Polente glatt um ihn herauszuwinken. Er kaufte sich schließlich wieder frei - diesmal mit etwa fünf Euro. Die verlangten neun Euro konnte er beim besten Willen nicht mehr aufbringen und so entließen ihn die Beamten mit den Worten "Indonesian Police loves you"! Großartig!
Auf dem Rest-Nachhause-Weg gelang es C. zudem sich noch zwei Mal bei Bremsvorgängen auf die Fresse zu legen. Ob dies an der in Mitleidenschaft gezogenen Maschine, seinem persönlichen Unvermögen oder gar beidem lag, ist bis heute ungeklärt.
Lebend und froh darüber im Hotel angekommen, machten wir uns kurzerhand frisch und pilgerten in Richtung Nachtleben - war ja schließlich Silvester! Binnen kurzer Zeit knüppelten wir uns kräftig mit Cocktails und Bier weg und beschlossen gegen 23 Uhr doch mal etwas langsamer zu machen um das neue Jahr noch zu erleben. Dieser Trick funktionierte dann auch und so begrüßten wir 2006 am Meer stehend, mit entsprechendem Pegel und mehr als stolz über das von uns im vergangenen Jahr fabrizierte - wir haben alles richtig gemacht! Diesen Eindruck konnte auch nicht der Regen trüben, der um viertel nach Zwölf einsetze, sicherten wir uns doch rechtzeitig die besten Plätze unter einem Segeldach. Dort genossen wir im Plausch mit Einheimischen, Schweden und anderen Menschen ein weiteres Bier, ehe es uns ins "Bounty" verschlug. Dort hatten wir dann Partyspaß zu einigen Evergreens der Musikgeschichte. Christoph segnete dann alsbald das Zeitliche, während sich die anderen beiden mit einer Horde Holländer wegschossen. Andreas tat sein bestes gegen rechtes Gedankengut, während sich Alexander aufgrund der gut dosierten Bacardi-Colas (oder Cola-Bacardi....) kurzerhand ins Gebüsch legte. Schließlich erwachte auch Christoph noch einmal und so war vollkommen klar, dass wir noch mal nackt in den Pool springen mussten, ehe wir kurz vor Morgengrauen ins Bett stürzten. An Neujahr wechselten wir noch mal für zwei Tage das Hotel und bezogen für wenig Geld eine den Minimalansprüchen entsprechende Absteige. Ansonsten ging an diesem Tag nicht viel...
Leider verdarben sich Christoph und Andreas am Abend jedoch den Magen, was zu eher bösen Folgen in der darauf folgenden Nacht führte. Zunächst gingen Andreas und Alex jedoch noch am 2. Januar raften. Magendarmtechnisch war zu diesem Zeitpunkt bei Andi und Christoph, der aufgrund seiner verstauten Hand und dem Willen seine Stuntserie vorerst zu beenden in Kuta blieb, noch alles in Ordnung. Nachts verbrachte letzterer dann jedoch die Zeit von 23 - 3 Uhr auf der Toilette, ehe ihn ersterer ablöste um bis 7 Uhr in der Frühe sich unter Schmerzen und auf der Klo-Brille hängend vergnügte. Für die am Abend beginnende Heimreise schwante uns Böses... Andi ruhte sich folgerichtig tagsüber aus, während Alex und Christoph (mit Cola bewaffnet) letzte Einkäufe tätigten. Mit einiger Verspätung ging dann der Flieger nach KL. Dort landeten wir gegen Mitternacht, teilten uns mit einem netten Ami-Pärchen ein Taxi in die City und kehrten wieder im Red Palm Hotel ein. Am nächsten Morgen besorgten Alex und Christoph noch das Outfit unserer Landung in Chinatown und wenig später saßen wir im Zug nach Singapur. Die Zugfahrt bekamen wir, nicht zuletzt aufgrund der sich entspannten Magendarmproblematik, auch über die Runden. Hervorzuheben ist lediglich das schwule Bonzenpärchen, das vor uns saß und Angst davor hatte, dass Kratzer in deren Louis-Vuitton- Taschen gelangen: "Don't scratch my back" bekam Alex zu hören, als er seinen 25 Kilo Koffer auf die Ablage nach oben hievte. Fortan wurden die beiden in dem Glauben, dass sie kein Deutsch verstünden, des Öfteren als Tucken und Schwuchteln tituliert.
Nachdem wir zwecks Einreise nach Singapur den Zug verlassen mussten und anschließend wieder betraten, sagte der dicke, schwarze, schwule Amerikaner schließlich zu uns: "Ich fühle mich wie ein Fürst in Osteuropa. Es ist so dreckig hier. Wir wollten nur ein bisschen Abenteuer haben...". Naja, irgendwann musste ja jemand der unzähligen Menschen die wir beleidigt haben deutsch verstehen. Wir nahmen es mit Humor und liefen frohen Mutes in Singapur ein. Dort fielen wir mehr oder weniger direkt ins Bett. Am nächsten Morgen am Flughafen lief dann fette Umpack-Action und Singapur Airlines ließ uns schließlich einchecken. Singapur Airlines wusste allerdings auch nicht, dass wir statt der erlaubten 21 Kilo Handgepäck, knapp über 40 Kilo dabei hatten. Dreistigkeit siegt! Im Flieger gaben wir uns dann die ersten sechs Stunden die Kante, schliefen anschließend ein wenig und landeten schließlich heil in Frankfurt. Nachdem wir unser Gepäck in Empfang genommen hatten, kleideten wir uns entsprechend ein, ließen die wartende Horde noch ein wenig länger warten und traten schließlich wieder in unser reguläres Leben zurück. Der Empfang war wieder einmal ein Spektakel, das seinesgleichen sucht und wir doch ein wenig überwältigt. Gefeiert wurde anschließend auf der Boogie Night auch noch und Christoph war endlich wieder in seinem Wohnzimmer... Schöner hätte man jedenfalls dank des großartigen Empfangs am Flughafen, den wundertollen Geschenken und der anschließenden Boogie Night unseren Kurztrip ins umliegende Ausland nicht abschließen können. Und so bleibt das Fazit: Ja, das konnte man bringen!!!




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