Roadtrip!!! Oder: Es geht noch wahnsinniger...
3250 Kilometer, ein äußerst launischer Wettergott, viel Galgenhumor und die Tür zu Unterwelt ist zumindest einen dicken Spalt breit geöffnet - so lässt sich kurz und knapp unser neustes Abenteuer in Australien zusammenfassen. Doch lest selbst unser Tourtagebuch:
Donnerstag, den 13.10.2005:
Abfahrt!! Früh morgens holten wir bei der duften Hertz Autovermietung unseren Buddy für die nächsten Tage, einen Toyota Corolla, ab. Zuvor haben wir erfahren, dass wir lediglich Quantas Frequent Flyer werden müssen, um die Kiste wesentlich billiger zu bekommen. Gesagt, getan! Noch nie mit Quantas geflogen aber übers Internet schnell mal zum Vielflieger gemacht und dem Preisschicksal ein Schnäppchen geschlagen... Dann fuhren wir die uns über sechs Wochen mehr ans Herz gewachsene Katja zum Flughafen und freuen uns, insbesondere der wo sich am meisten freut..., sie schon bald wieder zu sehen. Kurz noch mal nach Hause gedüst und los geht die Reise! Zu fünft im Toyota Corolla und das Schild "Sydney: 1000 km" vor uns. In Sydney wollten wir Marcs Geburtstag zelebrieren und um eine Nacht Hostel zu sparen die Nacht auf Freitag on the Road verbringen. So hieß unser erstes Ziel Coolangatta. Dort nahmen wir eine kurze Auszeit am Beach und Alexander nahm den Kampf "Mann gegen Möwe(n)" auf. Leider verfehlten sowohl die Schüsse als auch Bierdosen die er nach den Möwen warf ihr Ziel. Schlimmer noch mobilisierte der Herr Möwe seine Kumpanei und so wurden wir kurzerhand von Möwen umzingelt. Grund genug sich aus dem Staub zu machen und in Richtung "New England Highway" ins Inland zu fahren. Wir hatten gehört, dass dieser auf dem Weg nach Sydney schneller zu passieren sei, als die Straße am Pazifik und letztere wollten wir heimwärts nehmen um die dortigen Strände abzuklappern.
Der Zufall wollte es so, dass Nimbin auf dem Weg lag und so trudelten wir gegen 22:30 dort ein. Nimbin bei Nacht ist leicht strange. Der Ortskern der 600-Seelen-Gemeinde besteht aus einigen Bars und dementsprechend erwarteten wir dort "shoppen" gehen zu können. Noch keinen Fuß in die erste Bar gesetzt wurden wir auch schon angesprochen ob wir nicht Gras kaufen wollen. Wir lehnten erstmal ab und checkten die Lage in der Bar. Schließlich folgten wir wie im schlechten Film einem "weniger seriösem Herrn mittleren Alters" auf die Toilette und schlugen für einen Fuffi zu. Dann hieß es weiterfahren! Mitten durchs Hochland. Linksverkehr und Nebel - Andi hatte seinen Spaß. Wenig später übernahm Christoph das Steuer und freute sich alsbald einem doof guckenden Koala ausweichen zu dürfen. Wir überstanden schließlich die Nacht, einige von uns mit Hilfe bewusstseinserweiternder Substanzen...
Dementsprechend froh waren wir in Sydney anzukommen. Durch den Morgenverkehr wuselten wir uns den Weg direkt in das Rotlichtviertel! Kings Cross hieß dieses und unser Hostel, das Funkhouse, befand sich dort. Froh auch den Verkehr in Sydney schadlos überstanden zu haben, gelang es Christoph beim Einparken den linken Vorderreifen ordentlich auf den Bordstein zu setzen und Radkappe, sowie Reifen sahen leicht mitgenommen aus. Räder und Windschutzscheibe waren im Übrigen nicht versichert...
Freitag, den 14.10.2005:
Nach eher wenig Nachtschlaf legten wir uns erstmal für ein paar Stündchen in die Heia, ehe wir per pedes in Richtung Opera House und Hafen aufbrachen. Auf dem Weg dorthin machten wir noch den botanischen Garten unsicher und nahmen den Ort zum Anlass ein wenig Tai Chi zu praktizieren. Leider hatten wir die Klampfe zu hause gelassen. Und ohne Mili ist es eh nicht das Selbe! Schließlich erreichten wir die Oper und schossen die für Touristen üblichen Fotos. Zudem wurde uns das große Privileg zu teil die Oper bei grauem Himmel zu sehen, so dass sich keine Farbenspiele zwischen Sonne und Dachkonstruktion ergaben... Daraufhin nahmen wir ein Hafentaxi um uns die Harbour Bridge, die wir bei der Ankunft bereits per mobile passiert hatten, anzuschauen. Zuvor wurde es allerdings Zeit für ein Freitag-Nachmittag-Endlich-Wochenende-Bier! Dann überquerten wir die Harbour Bridge und genossen die abendliche Skyline und die beleuchtete Oper.
Es wurde Abend und die große Stunde des Marc D rückte näher. Nach dem Diner im "Gasthaus zum Güldenen M" und den letzten Vorbereitungen fuhren wir mit Bus und Bahn nach Bondi Beach. Mit portugiesischem Bier, Jackie-Cola und Nimbin-Gras nahm der Abend seinen Lauf und um zwölf trällerten wir Marc ein Geburtstagslieder-Potpourri. Trotz wärmender Getränke wurde es dann gegen zwei recht frisch und wir dachten uns noch mal die Kneipen im Rotlichtviertel zu testen. Problem? Der Bus fuhr uns vor der Nase weg. Und ein Großraumtaxi, wir waren ja zu fünft, schwer zu bekommen. Zudem sagte uns ein Arschloch-Taxifahrer, dass dies 40 Dollar (zu viel!) kosten würde. Alex hatte aber einen Trick parat. "In Hamburg klappt der immer...!" Einfach unauffällig zu fünft einsteigen. Wir saßen schon zu viert auf der Rückbank und wollten dem Fahrer weiß machen, dass er nicht zählen könne, ehe wir rausgeschmissen wurden. Auch der Versuch Marc D unauffällig im Kombi-Kofferraum zu platzieren schlug fehl. So nahmen wir doch ein Großraumtaxi und für schlappe 18 Dollar brachte uns Niklas, ein Grieche, nach Kings Cross. Dort stürzten wir in eine Sportsbar, die Natter nappte Power und gegen halbvier verließen Andi, Marc K und Alex die Bar um in die Heia zu gehen. Marc und Christoph setzten die Nacht mit Bier fort, wurden in der Folgezeit aggressiv angeschwult, trafen zwei äußerst abgefuckte Gestalten und fanden völlig am Ende gegen sechs Uhr den Weg ins Bett.
Samstag, 15.10.2005:
Alex und Marc K erkundeten gegen Mittag schon einmal weitere Teile Sydneys und machten Chinatown unsicher. Zum Lunch gab es einen prall gefüllten Teller Asiatisches und anschließend trafen wir uns gegen vier Uhr in Darling Harbour, einem für Touris angelegten Viertel, wieder. Insbesondere der mit rosa Polohemd umherschwirrende Marc K kam dort bestens an. Durch die Innenstadt zurück ebneten wir uns den Weg zurück ins Hostel, wo dann erstmal Pasta gekocht wurde. Anschließend verschlug es uns in ein mehrstöckiges Pub in der City. Dort begannen wir uns wegzuknüppeln. Gegen eins stürzten wir dann zu einem Spanier um die Ecke und "bewunderten" einige Ostdeutsche beim Versuch Billard zu spielen. Dies wurde dann aber auch irgendwann nervig und wir beschlossen noch einen zu rauchen. Anschließend traten Alex und Marc D die Heimreise und der Rest den Weg ins "Cheers" an. Christoph machte sich dort über eigene motorische Schwierigkeiten lustig und das Bier floss weiter. Schließlich stiegen wir ins Taxi zurück nach Kings Cross um dort die breite Palette der Vergnügungsangebote zu testen. Zunächst wurden wir zu einer Peepshow eingeladen. Anschließend suchte Andi im Adult-Shop vergebens die Rollsplitt-Abteilung. Nach einem letzten Absacker fielen wir um halb, viertel vor ins Bett.
Sonntag, den 16.10.2005:
Zu den Blauen Bergen wollten wir an diesem Tage reisen. Und bei Regen und Nebel kamen wir nach einstündiger Reise und zwei kurzen, jedoch zum Glück schmerzlosen Fauxpas des fahrenden Alexander in den "Blue Mountains" an. An einem sonnigen Tag gibt es dort allerhand zu sehen. Wir kletterten dann bei Regen zu einigen Wasserfällen herab, machten ein paar schöne Bilder und kraxelten anschließend wieder etliche Treppen hoch um leicht durchnässt wieder im Auto zu sitzen. Danach wollten wir uns von einem Lookout aus die so genannten "Three Sisters", eine Felsformation, anschauen. Doof nur, dass wir dort angekommen vor einer einzigen Nebelwand standen. Erster Galgenhumor machte sich breit... Wir entschieden den Tag in den Bergen abzubrechen und uns stattdessen, von den blauen Bergen kommend, das Olympiagelände anzuschauen. Ersten Unmut erweckten wir dort, als wir mit unserem Ball eine Nike-Werbung inmitten einer Pfosten-Formation, die zu einer Dokumentation gehört, nachdrehen wollten. Wenigstens gelang es Christoph noch zu einem Dunking hochzusteigen, ehe wir verjagt wurden. Abends gab es dann Pasta und wir tranken gemütlich ein paar Biers im Hostel.
Montag, den 17.10.2005:
Die drei großen Tage des Alexander G-Punkt begannen... Nach dem Auschecken machte sich Alexander zur deutschen Botschaft auf um dort ein Diplomatenvisum für ein Praktikum in New York zu beantragen. Dort verwies man ihn an die amerikanische Niederlassung in Sydney, wo Alexander mehr oder weniger abgewimmelt wurde und wir ihn voller Wut wenig später wieder trafen. In der Zwischenzeit trotteten Marc D und Christoph shopping-technisch durch Sydney und Andi nahm sich vor die Kamera zu reparieren. Mit Hilfe eines Spezial-Schraubenziehers, der eigentlich gar nicht verkauft werden durfte, und Olivenöl (warum auch immer) bastelte Andi, mit moralischer Unterstützung von Marc K, an der Kamera herum und reparierte diese phänomenal. Sämtliche Lorbeeren verspielte er sich anschließend wieder, nachdem er das linke Vorderrad schön an die Fahrbahrbegrenzung setzte... Wir schauten uns dann das Rad an und nun ja, die Felge hat es übel erwischt. Wir begannen Pläne zu schmieden, den Schaden zu verdecken. Von "wir besorgen uns Feile und Edding und bearbeiten die Felge" bis "wir rollen die Karre die Klippe herunter und zahlen 330 Dollar Maximalgebühr" reichte unsere Vorstellungskraft. Sicher war nur, dass etwas passieren musste... Eigentliches Ziel unserer Reise war es die Küste nach Byron Bay hochzufahren. Mittlerweile hatten wir jedoch erfahren, dass das Wetter dort beschissen werden würde und der als spontan verschriene Alexander warf das Vorhaben in die Runde nach Melbourne zu fahren. Nach mehreren Telefonkonferenzen mit Hertz und Thorsten informierten wir uns über Flüge von Melbourne nach Brisbane, Möglichkeiten unsere Karre in Melbourne abzugeben und das Wetter an sich. Schließlich entschieden wir uns nach Melbourne zu fahren - trotz Mehrkosten und wegen des Roadtrip- Charakters... Mittlerweile war es vier Uhr Nachmittag und wir wollten möglichst viel der Strecke bis nach Melbourne zu schaffen.
Doof nur, dass Elaine aus Versehen Alex' Reisepass eingesteckt hatte und er noch mal in die Stadt zurück musste. Der Rest erkundete zwischenzeitlich auf der Suche nach einem Internetcafe die Metropole, den Nabel der Welt: Pymble! Nach Internetcafes fragend, wurden wir dort nur spöttisch belächelnd uns traten wenig später und nach der Überquerung diverser Hauptverkehrsstraßen, die Weiterreise an. Alex buchte zwischenzeitlich die Flüge von Sydney aus und es konnte losgehen nach Melbourne... Wir wollten zumindest bis nach Narooma kommen und mit leerem Tank und zuvor einer Mülltonne und einem Känguru auf der Fahrbahn waren wir glücklich, dass wir um halbzwölf noch eine Herberge fanden.
Dienstag, den 18.10.2005:
In Narooma nahmen wir die Gelegenheit war, den Walen "Marc-Watching" zu schenken. Naja, eigentlich haben wir Marc Wale anschauen zum Geburtstag geschenkt und wir nutzen das ausnahmsweise mal schöne Wetter um uns zum einen die ansässige Meeresfauna anzuschauen und zum anderen um uns die Glatzen zu verbrennen. Das Whale Watching hat sich dann wirklich gelohnt. Sowohl die Ausblicke auf das Festland als auch die Buckelwale, Delphine, Seehunde und Pinguine waren sehr beeindruckend. Vor allem die Delphine, die neben und vor dem Boot her schwammen schindeten ordentlich Eindruck. Wir erweckten mit der Baywatch-Boje rasch Aufmerksamkeit und amüsierten uns köstlich über die Frau die über die Rehling erbrach und die Wasservögel, die vom Boot umgemäht wurden...
Anschließend gab es "Löntsch" im dort ansässigen Golfclub und wir genossen die umwerfend schöne Landschaft, ehe wir uns im Auto wieder fanden.
Weiter ging die Reise und bis Melbourne waren es noch gute 700 Kilometer. In der Nähe der Grenze zwischen New South Wales und Victoria machten wir kurz Rast und Alexander vergas unseren Reiseführer, was wir allerdings erst eine viertel Stunde später realisierten und, wie sich herausstellen sollte vergeblich, wir noch einmal umdrehten. Egal, Marc K und Christoph arbeiteten an ihrer Kiste Bier und Alex visierte am Steuer die letzten Kilometer bis Melbourne (wohlgemerkt noch immer mehr als genug...) an. In ganz Australien wird vor Geschwindigkeitskontrollen gewarnt und 110, meistens jedoch 100 ist das höchste der Gefühle. Alex und Andreas nahmen das nicht immer ganz so ernst und plötzlich sahen wir Blaulicht aus einem Gebüsch herausfahren. Kann nicht uns gelten dachten wir, bis wir zum anhalten aufgefordert wurden. Tempo 117 statt 100 kostet in Victoria 210 Dollar (schlappe 150 Euro) und auf Alex Frage ob wir nun eine Art "Flatrate" für Victoria, sprich unbegrenzt rasen..., hätten, gab es einen verständnislosen Blick und keine Antwort! Gut nur, dass wir nicht mit den 150 geblitzt wurden, die Alex zwischenzeitlich auf dem Tacho hatte.
Gegen 23Uhr erreichten wir schließlich Melbourne tranken noch ein Bier und gingen erschöpft und oder betrunken ins Bett.
Mittwoch, den 19.10.2005:
Great Ocean Road, die Zwölf Apostel, Melbourne: eigentlich hatten zumindest Andi und Christoph nicht mehr damit gerechnet diese Highlights noch in diesem Australien Urlaub zu sehen. Aber der Zufall und das Wetter wollten es so... Andi führte uns dann auf die Great Ocean Road, die B100, und musste sich kurven- und verkehrsbedingt meist aufs Fahren konzentrieren, während der Rest die Blicke aufs offene Meer auf der einen und saftige Wiesen, sowie Berg- und Tallandschaften auf der anderen Seite genoss. Einen ersten Zwischenstop legten wir bei einigen Koalas an einer nahe gelegenen Seitenstraße ein. Um näher ran zu kommen, fuhr Alex kurzerhand das Auto halb in den Wald und stieg aufs Autodach. Ein paar Touris und der Koala schauten nur doof und wir fuhren schließlich weiter. Nächster Halt war die Gibson Bridge, die einzige Möglichkeit sich zwei Apostel auf Strandhöhe anzuschauen. Nach einigen Bildern und schönen Eindrücken fuhren wir schließlich zum Hauptspot der Zwölf Apostel. Am Parkplatz angekommen, stellten wir uns neben einen anderen Corolla, entwendeten zwei Radkappen und parkten das Auto unauffällig weiter weg... Anschließend schauten wir uns die zwölf Apostel an und zeigten uns von den Felsformationen sehr beeindruckt. Anschließend gab es Fish & Chips und wir legten uns mal wieder mit dem Herrn Möwe und seinem Clan an.
Zum Glück hielt auch das Wetter bis dato... Zum Finale verschlug es uns dann noch zur "London Bridge" die keine Brücke mehr ist, nachdem Anfang der Neunziger ein Teil des Bogens ins Meer sackte, wodurch zwei Briten (das Inselleben zum Glück gewohnt...) vom Festland abgetrennt wurden, da sie sich am anderen Ende der Brücke befanden.
Wir checkten zwischenzeitlich, ob die neuen Radkappen zu unserem Corolla passen und zeigten uns vom Ergebnis begeistert. Die geschredderte Felge war mit bloßem Auge nicht zu erkennen und wir beschlossen das Auto so Donnerstagmorgen abzugeben. Schließlich wäre eine Bearbeitung mit der Feile Versicherungsbetrug gewesen! Die Heimfahrt im Regen oblag dann Christoph und wir fanden schließlich den Weg zurück ins Hostel. Andi knüppelte sich in der Zwischenzeit ordentlich weg und schlief in der Bar, ehe er, pegelbedingt, nicht mehr realisierte, dass sein Cheeseburger mit Nutella gestreckt wurde. Die Nacht gehörte dann Alexander, der aus dem 1.Stock seines Etagenbetts samt Lattenrost und Matratze eine Etage tiefer fiel. Wie das passieren konnte, wissen wir bis heute nicht. Zum Glück kam Alex mit dem Schrecken davon. Besonderes Glück hatte auch Alex Bettgenosse, der noch nicht wieder zu hause war und somit einem Aufprall von über 90 Kilo aus mehr als einem Meter Höhe auf seinen Körper und den entsprechenden Folgen entging!
Andis neuester Streich: Auf die Frage hin ob es denn in Australien auch ähnliche Agrarsubventionen wie in Europa gebe, antwortet Andi "Weiß nicht genau, aber dadurch dass die Stallkosten entfallen (wegen besserem Wetter...), ist die Kuhhaltung wesentlich billiger" und erntet einhelliges Kopfschütteln!
Donnerstag, den 20.10.2005:
Auto zurückbringen! Christoph hatte die Ehre zu Hertz in die City zu fahren und die Stimmung erreichte den Siedepunkt als Marc D einen Sender fand, der das wunderschöne Lied "Du kannst nicht immer 17 sein" spielte!! Der deutsch-australische Club Melbourne versorgte uns in der nächsten halben Stunde mit allerhand Schlagern und es war unsere deutsche Pflicht mitzuklatschen... Marc K kannte zudem wieder sämtliche Texte. Nach zwei Beinahe-Unfällen (kreuzende Lastwagen...) kamen wir dann bei Hertz an. Der Herr Hertz hatte nichts zu beanstanden und erleichtert verließen wir die Höhle des Löwen... Den Herrschaften dort war auch nicht aufgefallen, dass wir die Hutablage in Brisbane gelassen hatten, so dass wir diese nun bei e-bay versteigern werden! Unser Ziel die kompletten Reisekosten mit dem Erlös zu decken werden wir wohl knapp verfehlen.
Anschließend erkundeten wir Melbourne. Wir schauten uns das "Gaol", ein altes Gefängnis, von außen an, schauten beim Parlamentsgebäude von Victoria vorbei und besichtigten schließlich ein Museum, das sich mit der Geschichte der Stadt befasst. Melbourne ist in jedem Fall die europäischste Metropole Australiens und sehr schön anzuschauen. Insbesondere seit den Achtzigern hat sich hier einiges getan und aufgrund der Commonwealth Spiele 2006 befindet sich die Stadt zurzeit wieder im Umbau.
Am Nachmittag regnete es mal wieder und wir erkundeten lieber Kneipen, respektive Geschäfte. Man gewöhnt sich an alles... Der Nachhauseweg am neu angelegten Federation Square vorbei eröffnete uns noch die Möglichkeit die in bunten Farben leuchtende Skyline zu betrachten, ehe es im Hostel "Pasta!" und Bier hieß. Den Versuch das Nachtleben zu erkunden gaben wir bald genervt auf und zogen es vor weiter im Hostel zu trinken.
Freitag, den 21.10.2005:
Zunächst zogen wir in ein Hostel direkt in der Innenstadt um, ehe Marc K und Andi den Wellnessbereich im Hyatt unsicher machten. Für umgerechnet schlappe 7 Euro gab es hier Basketball- und Tennisplätze, Pools und Fitnessmöglichkeiten, die allesamt natürlich nicht genutzt wurden. Man beschränkte sich auf das Wesentliche, sprich Sauna. Marc D, Alex und Christoph unternahmen einen Ausflug zum Melbourne Cricket Ground, einem altehrwürdigen heiligen Ort australischer Sportbegeisterung. Cricketschlachten, Olympia 56 und Papstbesuch haben hier stattgefunden und dementsprechend dauerte die Führung eines vitalen 77jährigen Veteranen auch geschlagene 90 Minuten. Anschließend begann es ausnahmsweise Mal zu schütten und wir schauten uns das zurzeit in der Umdekorierung befindende Hafenviertel, die Docklands, und St.Kilda Beach, den Stadtstrand, an.
Abends kam es zur Wiedervereinigung im Hostel und statt Pasta gab es Kartoffelwedges und lecker Steaks! Das anschließende Tischfussballmatch zwischen Marc&Marc und Team A.G. entschieden erstere knapp für sich und der weitere Abend spielte sich in der Hostelbar ab. Dort mussten dann noch einige Jugs dran glauben, wir bewunderten International Rules Football (eine Mischung aus gälischen und australischen Regeln und genau das richtige für Alex, da man bei diesem Sport rennen, weit schießen und andere umochsen muss...) und erzählten dummes Zeug.
Andi ging etwas früher ins Bett, obwohl er eigentlich noch "Bus bauen" musste... Das erledigten andere dann für ihn und wieder einmal bewiesen wir, dass wir mit der Zeit vor allem eines nicht werden: reifer...
Samstag, den 22.10.2005:
Der Samstag begann mit ungewohnt schönem Wetter und so zog es uns zunächst in den großzügig angelegten botanischen Garten der Stadt! Endlich wieder in richtiger Urlaubsstimmung schlenderten wir zum "Shrine of Remembrance" um uns von dort aus einen Blick über die Stadt zu gönnen. Anschließend unternahm Marc D, gemeinsam mit Andi und Christoph, einen letzten Versuch dick einzukaufen. Christoph kaufte sich dann einen neuen Pulli und wir fuhren zum Flughafen. Dort fand Christoph dann ein verlassenes Jackett, das zu allem Überfluss auch noch passt und er es direkt anbehielt. Schließlich musste er auch einen seriösen Eindruck machen, wollte er doch ein paar Restgramm Gras ins Flugzeug schmuggeln. Thorsten waren zuvor Versprechungen gemacht worden nicht ohne Drogen zurückzukehren und so hatten wir keine Wahl. Ging dann auch alles gut und mit Dosenbier bewaffnet sollte der Flug unterhaltsam werden. Nachdem die letzte Dose fast geleert und sämtliche Ballermann 6 Flugzeugszenen gedreht waren, wurden wir dann darauf hingewiesen, dass wir kein Bier hätten drinken dürfen. Hat uns auch noch tierisch gestört. Bei schwül-angenehmen Abendtemperaturen in Brisbane stiegen wir aus dem Flieger. Sydney und Melbourne sind sicherlich eine andere Kategorie Stadt als Brisbane, aber wir sind nicht zuletzt wegen der Temperaturen hier glücklich mit unserer Wahl. Schließlich sind wir im Urlaub...!!!
Die Halbstarken