Wie hab' ich bloß die letzte Nacht verbracht?

Nachdem es sich mittlerweile schon ein wenig herumgesprochen hat und es erste Solidaritätsbekundungen in unserem Gästebuch gibt (Danke Tommy!), folgt hier nun eine Zusammenfassung eines Abends der lange Zeit sehr glorreich verlief und ein wenig beschissen endete:
Am Morgen des 17.11. schrieben Alexander und Christoph ihre letzte Klausur und abends sollte sich so einiges Studentenvolk in der Stadt versammeln. Wir glühten bei uns vor und schlenderten zunächst in die Down Under Bar um dort mit Felix und seinen MitbewohnerInnen Alexa, Claudia, Veronica und Thomas zu rocken. Den Bildern ist anzusehen, dass wir eine Menge Spaß hatten und da wir uns im vorhinein mit einigen anderen im Victory verabredet hatten, schlenderten wir schließlich dorthin um uns von anderen internationalen Studenten zu verabschieden. Schließlich waren und sind wir anschließend viel unterwegs und andere traten früher die Heimreise an. Der Abend rockte vor sich hin und alles war prima. Bis es dahin zu folgenden Ereignissen kam, die aufgrund des Pegels des Autors nicht komplett en detail wiedergegeben werden können.
Gegen halbzwei verließ Christoph den Biergartenbereich des Victory (warum weiß er nicht mehr). Anschließend wollte er wahrscheinlich wieder rein, wurde jedoch nicht herein gelassen und da er auf seinem Handy kein Guthaben mehr hatte, konnte er nicht anrufen um Bescheid zu sagen. Also, dachte er sich, wartete er vor der Kneipe auf den Austritt der anderen oder einen Anruf. Dies schmeckte jedoch dem Türaffen nicht und er wurde der Straße verwiesen.
Was Christoph bis dato nicht wusste: Es gibt ein Gesetz in Queensland, das besagt, dass man sich auf Anweisung 500 Meter von der Lokalität entfernen muss, wenn es die Fauna an der Eingangstür so möchte. Tat Christoph nicht und schwups waren die Bullen da. Christoph noch mit denen diskutiert und schwups war er in Handschellen (die bitter nötig waren...) und im Polizeiauto. Übrigens so eine Art Bullenkiste mit so einem Kasten hintendrauf. Wenn schon, dann auch Kategorie Schwerverbrecher. Christoph findet sich dann in der Polizeistation wieder. In einer Art Glasschleuse zwischen unterirdischem Carpark und der eigentlichen Station (auch unterirdisch). Die Schleuse war maximal drei Quadratmeter groß und Christoph barfuss und ohne jegliche persönlichen Gegenstände (Handy weg, Halskette weg, Geldbeutel komplett durchgesucht und ausgeräumt...). Christoph hat dann gut Terror gemacht, fühlte er sich doch mehr als ungerecht behandelt. Christoph wird jedoch lange Zeit ignoriert und macht daraufhin noch mehr Terror. Er werde sich an die Botschaft wenden, Amnesty International wegen Folter einschalten und den üblichen Kram den man mit gutem Pegel und sich völlig im Recht wissend von sich gibt. Jedenfalls wollte er da wieder raus und die Glasschleuse war mehr als unwürdig. Da ist jede Zelle Erholung gegen.
Christoph durfte dann zum "Tatvorgang" vorsprechen. Er zog es jedoch vor, etwas über Menschenrechte zu parlieren und dass er Australien echt dufte fände bis auf die Cops und naja, die fanden das weniger gut. Christoph wurde dann unterbrochen und kam in eine andere Zelle, in der bereits ein stinkender Penner schlief. Nach wenigen Minuten kam noch ein weiterer Gast. Dieser wurde aufgrund eines Disputs mit seiner Freundin (nicht handgreiflich) sicherheitshalber eingesammelt. In den folgenden Minuten erbat er seinen Chef anrufen zu dürfen um diesem für die Arbeit am nächsten Morgen abzusagen. Er tat dies wirklich freundlich und nicht aggressiv. Die Polizisten haben dann von außen mit Hilfe von Jalousien die Schotten dicht gemacht und das war's dann mit dem Anruf. Christophs Widerstandswille münzte sich dann in Galgenhumor um und die beiden Insassen machten Witze über die kleinen Penisse der Polizisten und wie ihre Väter sie früher immer verkloppt haben. Christoph wurde dann aus der Zelle herausgeführt und anschließend wurden von beiden Händen und allen Fingern Abdrücke gemacht. Er ist sich recht sicher, dass keine Bilder gemacht wurden. Christoph lächelte schließlich nur noch müde und begnügte sich mit ironischen Bemerkungen. Auf die Frage hin, warum er denn eigentlich hier sei, antwortete ihm der oberste Wichser (die Art Bulle, der einem auf dem Weg in die Zelle noch mal einen mit gibt...): "You are an asshole, that's why you are here!". Christoph hatte dann keine weiteren Fragen mehr. Die Bullen aber schon. Sein Portemonnaie wurde auf den Inhalt hin ausgefragt. "Sie haben 50 Dollar in Scheinen und so und soviel Kleingeld dabei gehabt. Ist das korrekt?" Was soll man dazu sagen? Nach weiteren weltbewegenden Fragen und einem weiteren Aufenthalt in einer Einzelzelle, durfte Christoph dann Hals- und Handgelenkkette, sowie Socken und Schuhe wieder anziehen und durfte via Aufzug wieder ans Tageslicht.
Es war viertel nach sieben, die Sonne schon am brennen und Christoph schleppte sich ins Bett. Mittags war das Gelächter dementsprechend groß. Zum Glück stand unserer Reise jedoch nichts mehr im Weg. Lediglich Christoph alias hALf Capone hat noch einen Gerichtstermin am 30. November. Geldstrafe droht. Was bei heraus kommt folgt...




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