The Conquest of Paradise!!
Vom 18.11 bis zum 26.11, standen die ersten beiden Parts unserer "Abschiedstournee" an und mit Fraser Island, by the way die größte Sandinsel der Welt, und den Whitsunday Islands haben wir uns zwei echte "muss man gesehen haben!" Bonbons ausgesucht. Gleichsam waren dies unsere letzten beiden großen Australien-Abenteuer. Und was für welche...
Fraser Island
Mit Mietwagen ging es Freitagmittag Richtung Hervey Bay los um pünktlich auf die Minute im Hostel angekommen den Instruktionen in Sachen Allradantrieb und Reiseroute zu lauschen und unsere insgesamt 26 Personen umfassende Gruppe kennen zu lernen. Darunter befanden sich Menschen aus Frankreich, Niederlande, Kanada, England, Finnland, Schweiz, Österreich, Schweden, Südkorea und Australien. Bunt zusammengewürfelt also und wir sollten in den nächsten drei Tagen viel Spaß haben.
Samstagmorgen setzte die Fähre dann rüber auf Fraser und schon um neun Uhr morgens war es bullenheiß. Dementsprechend hieß unser erster Stopp alsbald "Lake Wabby". Ein See, der an einer Riesensanddüne liegt und eine erste angenehme Erfrischung darstellte. Wir sind dann auch mal die Düne hoch und alles was wir dort oben sahen, war Sand und noch mehr Sand. Kein Wunder auf einer 120 km langen und 60 km breiten Sandinsel. Anschließend wanderten wir wieder zu unserem Jeep zurück. Unser Jeep hatte neun Insassen, drei vorne und sechs hinten, und die Fahrten waren immer recht lustig. Vor allem durch Sandlöcher wenn man verzweifelt versucht auch ja keinen Tropfen Bier zu verlieren. Nach einem kurzen Stopp an der Mahony, einem vor sich hinrostenden Schiffswrack, und den Pinnacles, einer Sandsteinformation, schlugen wir schließlich nahe am Strand gelegen unsere Zelte auf. Nach einem Strandfußballmatch machten wir dann BBQ, tranken Wein und bewunderten einen wunderschönen Mondaufgang über dem Meer. Der Mond ging ungewöhnlich spät auf (es war längst dunkel) und leuchtete rot, was mit der Reflektion des Mondlichtes an der Erdatmosphäre (wer es genau wissen will, fragt den Andi...) zu tun hat. Zudem sahen wir Milliarden von Sternen und erlebten einen mehr als gemütlichen Abend am Strand. Leider endete die Nacht für Alex recht früh, da er aufgrund sich beim Fußball zugezogener Schmerzen am Knie ab zwei Uhr nicht mehr schlafen konnte. Dafür kam er in den Genuss den Sonnenaufgang über dem Meer zu bewundern und für uns zu dokumentieren.
Aufgrund der Hitze im Zelt und des frühen Sonnenaufgangs sind die Nächte auf Fraser auch gegen fünf vorbei gewesen. Aber so hatte man wenigstens was vom Tag. Sonntag früh machten wir uns dann weiter in Richtung "Indian Heads" auf. Ein Felsvorsprung, der ins Meer ragt und von dem aus man einen prima Blick auf das Meer und Waddy Point, zu dem wir später auch noch liefen, hatte. Aufgrund der Gezeiten konnten wir dann nicht weiterfahren und liefen eine nette Bucht entlang um uns eine Abkühlung in den Champagne Pools zu gönnen. Dort schwappt Meerwasser über einige Felsen. Haie und Quallen tun dies jedoch nicht und so ist dies so ziemlich der einzige Ort auf Fraser, wo man das Meer auch betreten kann. Nach kurzem Panoramablick-Break und Otis Reddings "Sittin' on the Dock of the Bay" im Ohr schlenderten wir, die leichte Brise am Strand genießend, wieder zurück zu den Jeeps. Alex cruiste nun die nächste Zeit am Strand durch den Sand hin zu unserem nächsten Stopp: Eloi Creek. Wie der Name schon sagt, ein Bach der in Richtung Meer führt und richtig schön kühl war. Man kann sich dort hineinwerfen und einfach heruntertreiben lassen und wir gönnten uns diesen Spaß einige Male. Spektakulär war das Rennen, das Alex mit Christoph auf dem Rücken gegen einen australischen Vater mit seinem fünfjährigen Sohn aufnahm. Ab und zu können wir halt nicht anders als auffallen. Ein traumhafter Tag neigte sich dem Ende zu und wir suchten uns einen Ort zum Campen. Diesen fanden wir dann hinter einigen Dünen gelegen. Dort ließ es sich aushalten und als Scott, ein seit drei Jahren herumreisender Australier, eine Tüte baute, konnten wir unser Glück kaum fassen... An so einem genialen Ort war dies mehr als angebracht!
Den weiteren Abend vergnügten wir uns mit einem lustigen Saufspiel, auf das ihr euch schon mal freuen könnt und allerlei Konversationen. Zudem hatten wir mit den dort wild lebenden Dingos unseren Spaß. Im Übrigen sind nicht alle Engländerinnen hässlich.
Am nächsten Vormittag war es dann soweit: Lake MacKenzie! Einer der geilsten Frischwasserseen der Welt. Der Sand dort war so weiß, dass man ohne Sonnenbrille nicht sehen konnte. Das Wasser war anormal klar und wir wollten dann auch gar nicht mehr raus. Wir chillten badewannenmäßig an flacheren Stellen, lachten uns bei den Unterwasserfotos kaputt und zeigten Weltklasse-Frisbee-Wurf-und-Fangeinlagen. Dennoch mussten wir uns auch von diesem Ort trennen und wieder die Fähre zurücknehmen. Den Abend verbrachten wir noch im Hostel, aßen Pizza und nachdem wir den Insassen unseres Jeeps schon den hessischen Gruß "Oooooh, Gude!!" erklärt hatten, wurde Alex von Australiern, Kanadiern und Finnen dementsprechend begrüßt, als er zum Essen kam.
Whitsunday Islands
Um Kosten zu sparen, fuhren wir die anschließende Nacht nach Airlie Beach hoch, dem Ausgangspunkt zu den besagten Inseln, durch. Schlappe 900 Kilometer und zehneinhalb Stunden mehr oder weniger "Nichts". Die Australier nennen diese Gegenden jenseits der großen Städte einfach "Bush". Es kann jedenfalls recht anstrengend sein auf einer Strecke die stumpf geradeaus geht, 100%ig wach zu bleiben. Wir kamen dann morgens schadlos (das Auto diesmal auch...) in Airlie Beach an und verbrachten den Tag dort mit Shopping, ausruhen, Postkarten schreiben und essen. Mittwochvormittag chillten wir dann an der künstlichen Lagune, die jedoch zu den schöneren gehört, ehe es schließlich mit dem Boot in Richtung Whitsundays ging. Der Sonnenuntergang über dem Festland wurde dann zu einem ersten Höhepunkt. Anschließend ankerten wir in einer ruhigen Bucht, aßen und machten Party mit insgesamt drei Booten, da auch noch zwei weitere andockten und wir somit hin und her springen konnten. Es war ein sehr geiler Abend. Wir tranken allesamt etwa zwei Liter vom guten Sunnyvale Wein (4 Liter Karton für unschlagbare 4,80 Euro) und waren dementsprechend voll.
Da es unter Deck morgens auch schnell heiß wurde, begann der folgende Tag auch recht früh. Wir wurden an Land von Whitsunday Island gebracht. Vom Lookout aus hat man einen überragenden Blick auf das weltberühmte "Hill Inlet" (eine Art Meeresmündung) und Whitehaven Beach, den wahrscheinlich schönsten Strand Australiens mit sechs bis sieben Kilometern Länge. Schade nur, dass es ein wenig bewölkt war und der weiße Quarzsand dadurch nicht ganz so geil auf den Bildern herüber kommt. Als Entschädigung werden wir demnächst einige Postkarten online stellen.
Des Weiteren haben wir gehört, dass Whitsunday Island auch immer für einen Haufen gut ist?!
Wir pilgerten dann an den Beach herunter und staunten über das wirklich unglaublich klare Wasser. Zum absoluten Paradies fehlt jedoch, dass es dort üble Miniquallen gibt, deren Berührung den Tod zur Folge haben kann und man deswegen "Stingersuits", also Schutzanzüge, tragen muss. Auch in Sachen Moskitos muss man mit dem lieben Gott noch mal reden. Wir genossen das Wasser und die Sandbänke dennoch. Ebenso einige Rochen die um uns herum schwammen.
Die Reise ging dann weiter. In einer netten Bucht unternahmen Alex und Andi einen kurzen Tauchgang, ehe wir zu Dritt schnorchelten. Die Whitsundays beherbergen ebenfalls Teile des Great Barrier Reef und so sahen wir allerlei Korallen und Bewohner des Riffs in den buntesten Farben. Bekleidet von Kopf bis Fuß, inklusiver lustiger Kopfbedeckung. Für Heiterkeit sorgten auch immer wieder die Aktionen in den Tauchanzug herein und später wieder heraus.
Anschließend ging es wieder an Bord. Ein leckeres Abendessen wartete und den anschließenden Abend verbrachten wir, nachdem wir recht müde waren und am Vorabend gut Gas gegeben hatten, eher relaxt auf Deck. Zudem waren die etwa zwanzig Mitreisenden auf unserem Boot auch nicht so die Party Crew und um alleine den Laden zu schmeißen waren wir zu müde.
Freitagmorgen war dann zunächst Traumwetter und wir freuten uns auf den Strand von Langford Island. Dieser wurde von zwei Seiten aus angespült und dementsprechend schöne Fotos konnten wir dort schießen. Wir liefen auf einer Sandband das superklare Wasser des Ozeans entlang und wenig später schnorchelten wir schon wieder am Riff herum. Die Farben- und Tierfülle war an diesem Tag noch um einiges besser und so genossen wir unseren Trip ausgiebig. Leider regnete es dann für eine halbe Stunde und wir wurden wieder aufs Boot gebeten. Immerhin gab es dort ein lecker "Löntsch". Das Essen über die beiden Tage war ohnehin sehr gut. Mit Hannes stand jedoch auch ein Alemanne am Herd. Die Rückreise stand dann an, wir machten unserem Ruf alle Ehre und tranken Wein und bei strahlend blauem Himmel und über dreißig Grad erreichten wir um zwei Uhr wieder Airlie Beach. Bei der Hitze mussten wir uns noch mal in der Lagune abkühlen. Den Nachmittag chillten wir im Hostel. Abgesehen davon, dass es ein absoluter Tourischuppen war mit dem wir uns zimmertechnisch ein wenig anlegen mussten, war es jedoch recht schön her gemacht und so gab es auf der Terrasse einige Dosenbier für uns. Unterdessen erreichte uns die Nachricht über Schneefall in Wiesbaden und uns unterlief ein leichtes Schmunzeln. Das der Winter zu hause dermaßen angekommen ist, konnten wir bis dato noch nicht wissen.
Wir hoffen jedoch mit unseren Bildern und Erlebnissen ein wenig Wärme liefern zu können...
Und glaubt uns, bei der Hitze morgens fällt es wirklich schwer bis zehn oder elf Uhr zu schlafen!
Bleibt bei der Stange, denn nicht mehr lange und, da ist uns nicht bange, wir sind in der Schlange auf dem Weg nach Hause, wo dann ohne Pause steigen wird die Sause auf die wir liebe Leude schon blicken mit viel Freude, solange bilden wir weiter Schwimmhäute an den Stränden des Erdball, lauter als der Urknall und zu bestaunender als jeder Unfall - auf jeden Fall...
Artos, Aramis und Portos alias die drei Musketiere