Immer der Abenteuerscheiß!
Kuala Lumpur, Surabaya und Malang
Nach unserem Ausflug auf die Fidschis und Neuseeland, hatten wir noch einmal knapp zwei Tage in Brisbane um dort letzte Erledigungen zu machen und Rituale zu pflegen. So empfingen uns Thorsten und Hannes mit der vorerst letzten Pizza von Dominos und wir ließen die Nacht bei einer guten Kiste Tooheys Bier ausklingen. Den darauf folgenden Tag verbrachten wir Wäsche waschend und oder mit Erledigungen in der City, ehe es dann Samstagmorgen in Richtung Flughafen ging. Dort erfolgte Christophs Ausreise problemlos und so schuldet der dem Staate Queensland bis zum heutigen Tage und in alle Ewigkeit 150 Dollar...
In Singapur angekommen, kümmerten wir uns fix um Bahntickets nach Kuala Lumpur. Unserem Gusto nach hätten wir gerne Betten bekommen und die Nachtfahrt bequem liegend verbracht. Dies war jedoch nicht mehr möglich und so machten wir uns in der Schweineklasse breit. Am nächsten Morgen kamen wir nach neun Stunden in KL an und begannen direkt die Hauptstadt Malaysias zu erkunden. Auf dem Programm standen dabei die Nationalmoschee, nett anzuschauende Parks, der Unabhängigkeitsplatz, der Funk- und Fernsehturm, sowie selbstverständlich der ganze Stolz der Stadt: die Petronas Towers. In den Nachmittagsstunden begannen wir zudem Einkaufszentren und Märkte unsicher zu machen. Kuala Lumpur gibt in dieser Hinsicht einiges her und dieses Angebot hieß es zu nutzen. In den späten Abendstunden stürzten wir dann noch mal nach Chinatown, da sich vereinzelte Mitreisende günstig das Armgelenk verschönern wollten. Den zweiten Tag in KL verbrachten wir dann mehr oder weniger komplett mit Shoppen beziehungsweise der Jagd nach dem Schnäppchen. Festzuhalten bleibt dabei, dass weder Weihnachtsangebote, - Bäume oder Lieder so etwas wie die dazu entsprechende Stimmung aufkommen ließen.
Abends machten wir uns dann zunächst noch einmal in Richtung Petronas Türmen auf um ein paar lustige Bilder zu machen. Anschließend pilgerten wir dann in Richtung Luna Bar. Diese lag im 34.Stockwerk und somit auf dem Dach eines Gebäudekomplexes. Von dort oben aus hatte man einen sehr entspannten Blick über das nächtliche KL und die bis Mitternacht beleuchteten Türme. Am nächsten Mittag ging dann unser Flieger nach Surabaya, ihresgleichen die zweitgrößte Stadt Indonesiens und obendrauf ein ziemliches Drecksloch, weswegen da eigentlich kein Fremder hin will und wir beim Einchecken fünfmal darauf hingewiesen wurden, dass dies der Flug nach Surabaya sei und ob wir denn wirklich da hin wollen...
Im Flieger waren wir dann auch prompt die einzigen drei Weißen und in Indonesien am Flughafen fehlte uns direkt mal das Bargeld um die Gebühr für das Visum zu bezahlen. So wurde Andi um die Ecke zum Geldautomaten geführt, wo er direkt mal drei Millionen abhob. Alex machte daraufhin Hotel und Taxi klar und so verlief unsere Ankunft, abgesehen davon war wir Marsmenschen betrachtet wurden, recht glatt. Am nächsten Morgen machten wir uns dann zeitig in die nächste Mall auf, in der wir dann auch mal die folgenden sieben Stunden verbrachten und Unmengen an Klamotten für wenig Geld kauften. Da der Anteil von Nicht- Indonesiern auch dort recht gering war, liebten uns alle Verkäuferinnen ganz doll, da wir ein wenig Abwechslung in den Laden brachten. Jedenfalls kamen die Damen aus dem Kichern, Tuscheln und Lächeln nicht mehr raus. Mit sechsundachtzig Tüten nahmen wir uns dann ein Taxi zum Hotel zurück und entschieden kurzerhand noch an diesem Abend den Bus nach Malang, der Stadt in der Alexander im Herbst 2004 Praktikum gemacht hatte, zu nehmen. Am Busbahnhof angekommen, mussten wir dann eine Horde Indonesier abwimmeln, die alle unser Gepäck tragen wollten und fanden schließlich einen Tunnel in den Bus. Dieser fuhr aber noch lange nicht los. Zunächst stiegen Dutzende Einheimische vorne ein, liefen durch den Bus und wollten alle Möglichen Dinge verkaufen. Nebenbei spielte ein wenig begnadeter Musikant Geige und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Dies änderte sich auch auf der Busfahrt nicht sonderlich. Ganz groß war das Überholmanöver links über den Grünstreifen...
Die anschließende Taxifahrt in Malang sollte jedoch noch einen drauf setzen. Christoph hatte die Ehre vorne zu sitzen und ist tausend Tode gestorben bis das Spektakel denn da vorbei war. Das Taxi befand sich siebzig Prozent der Fahrt hupend im Gegenverkehr um langsamere, sprich nur sechzig fahrende Fahrzeuge zu überholen... Alex und Andi amüsierten sich derweil köstlich über Christoph der zusammenkauert auf dem Beifahrersitz verharrte. So etwas wie Sicherheitsgurte gab es selbstverständlich nicht.
Am nächsten Morgen überraschte Alex dann Nila und deren Familie, bei der er letztes Jahr gewohnt hatte. Anschließend fuhren wir zur dortigen Uni, wo sich alle die Kontakt mit Alex hatten sehr darüber freuten ihn so spontan wieder zu sehen und auch Andreas und Christoph sehr herzlich empfangen wurden. Neugierig waren die dortigen Studenten auch und wollten allerhand von Andreas, Smalltalk-Hasser, und Christoph, Smalltalk-Profi, wissen. Zum Lunch fuhren wir in ein neu errichtetes Kaufhaus, wo dann auch direkt mal ein lustiger Stromausfall war. Am Abend aßen wir lecker Steak und gingen anschließend Bowlen.
So richtig Abenteuerscheiße fabrizierten wir dann am 23.12. mit unserer Safari... Wir cruisten gerade mit Nilas Auto durch den Bärenbereich als wir neben einem umherirrenden, verwirrt aussehenden Bären hielten um ein Foto zu machen. Leider war das Fenster an Christophs Platz nicht komplett geschlossen, so dass der Braunbär spontan und ganz easy die Scheibe herunterdrückte, mit dem Kopf auf Christophs Schoss war und versuchte ihn ins Bein zu beißen. Der paralysierte Christoph vermochte nicht wirklich zu reagieren und so verscheuchten die anderen den Bär und Christoph kam mit dem Schrecken und einer kleinen und nicht tiefen Bisswunde davon. Das Fenster ließ sich jedoch nicht mehr schließen und so platzierten wir einen Koffer als Schutz vor den im nächsten Bereich wartenden Tigern. Christoph hatte in der nächsten halben Stunde nicht mehr allzu viel zu sagen und es kostete ihn auch einige Überwindung ein Foto mit dem armen, angeketteten Tiger zu machen... Den darauf folgenden Vogel schoss jedoch wieder der verehrte Andreas mit seiner Performance mit dem Orang-Utan auf dem Arm ab! Der Tag sollte abenteuertechnisch jedoch noch nicht beendet sein! Wir kamen nämlich auf die dufte Idee eine zwölfstündige Busfahrt zu buchen um nach Bali zu gelangen. Der Bus an sich war sehr geräumig und theoretisch gesehen hätte man eine Menge Platz gehabt um die Nacht einfach durchzuschlafen. Die Straßen Javas und Balis ließen dies jedoch nicht zu und so wurden unsere Versuche einzuschlafen vom hupenden und oder lichthupenden Gegenverkehr jäh unterbrochen. Die Klimaanlage tropfte zudem hin und wieder und auch der Piss- und oder Schweißgeruch im Bus war eher widerlich. Andreas plagte sich zudem mit Kopfschmerzen herum und so waren wir alle recht froh am nächsten Morgen lebend in Denpasar aus dem Bus steigen zu können!